Über 80.000 Demonstranten beim 1. Mai-Fest in Portugal

Großer Beifall für die Rede des Kollegen Bernd Rissmann, stellv. Vorsitzender des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg


Erstmalig hat bei der großen 1. Mai-Demonstration in Lissabon ein Gewerkschafter aus einem anderen europäischen Land auf Einladung der CGTP eine Rede vor über 80.000 Teilnehmer/innen halten können.

Auf der Hauptstadtkonferenz der europäischen Gewerkschaftsbünde in Rom im Januar 2003 hatte der Generalsekretär der CGTP Lisboa, Armenio Carlos, den stellvertretenden Vorsitzenden des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, Bernd Rissmann, eingeladen, in Lissabon zu den Kolleginnen und Kollegen der protugiesischen Gewerkschaften zu sprechen.

Bernd Rissmann ging dabei insbesondere auf die Beschlüsse der europäischen Hauptstadtkonferenz und die gemeinsame Erklärung zum 01. Mai 2003 ein.

Hier Auszüge aus seiner von Beifall begleiteten Rede:

  1. Krieg darf kein Mittel der Politik sein weder in Europa noch in anderen Teilen der Welt. Die Lehren aus der Zeit der Diktaturherrschaft heißen Völkerverständigung und soziale Gerechtigkeit. Dies sind die Ziele, an denen sich europäische Politik allein auszurichten hat. Dies fordern wir von unseren nationalen Regierungen, vom europäischen Parlament und der Europäischen Kommission
    .
  2. Wir treten gemeinsam ein für ein soziales Europa, in dem
    • alle Frauen, Männer und Kinder menschenwürdig und in gesicherten Demokratien leben können
    • der Jugend eine zukunftssichernde Ausbildung in Schule und Beruf garantiert wird
    • Frauen und Männer gleichberechtigt in Beruf und Familie sind und sich Arbeitszeiten nach den Lebensbedürfnissen der Menschen und ihrer Familien richten
    • es Arbeit für alle mit gleichen Rechten, Löhnen und Arbeits- und Sozialbedingungen gibt
    • leistungsfähige Sozialsysteme die Menschen vor Krankheit, Arbeitslosigkeit und Armut wirksam schützen und ein würdiges Leben im Alter ermöglichen
    • der Staat auf der Grundlage gerechter Steuerpolitik, bei der die Starken mehr und die Schwachen weniger tragen, die sozialen Interessen aller Bürgerinnen und Bürger schützt.

An diesen Zielen muss sich eine Europäische Verfassung orientieren, wenn die Vereinigung zu einem Europa der Bürgerinnen und Bürger und nicht des Kapitals werden soll. Wir fordern nicht nur die Wirtschafts- und Währungsunion - wir fordern statt Deregulierung, Privatisierung und Sozialabbau endlich Taten für die Sozialunion.

Lasst uns gemeinsam für diese Ziele und für ein soziales, demokratisches und friedliches Europa kämpfen!